2-Tages-Fahrradtour des TSV 2026

Bericht 2-Tages-Fahrradtour des TSV Bentrup-Loßbruch

 

Die Redewendung „über den Deister gehen“ hat viele Deutungen bis hin zum Exodus, doch man kann um den Deister mit dem Rad herumfahren. Der „Deisterkreisel“ führt auf gut ausgeschilderten Wegen ca. 90 km rund um diesen Höhenzug, ca. 400 hoch, südlich von Hannover. 
Dieses Erlebnis machten 21 Radler vom TSV am Wochenende vom 29. auf den 30. August.
 
 

 

 

Wir starten unsere Radtour am P&R-Parkplatz in Völksen. Der Weg führt uns am Wisentgehege vorbei, ein Refugium für über hundert Tierarten. Wisente, Bären, Hirsche, Luchse, Wölfe und viele andere Tiere kann man hier sehen. Wir passieren das Jagdschloss, in dem u.a. das Museum für Natur-Jagd-Kultur untergebracht ist und erreichen Springe, wo wir auf einem Schulhof wieder ein umfangreiches Frühstücksbuffet genießen. Hierfür hat jeder Teilnehmer etwas beigesteuert und so machen wir uns frisch gestärkt an die nächste Etappe. Von Springe aus geht es durch Bad Münder Richtung Süden, dabei macht uns ein starker Gegenwind gehörig zu schaffen. In dem kleinen Ort Hülsede wollen wir das dortige Wasserschloss besichtigen, doch wegen einer Hochzeit verwehrt man uns den Einlass. So machen wir unsere Trinkpause im Schatten der Aegidiuskirche (aus dem 12. Jhd.). Schon bald erreichen wir  Lauenau. Dieser Ort kann neben einer Brauerei gleich mit 3 Rittergütern bzw. Schlössern trumpfen. Auf dem großen Spielplatz hinter Schloss Schwedesdorf (das im Weserrenaissance-Stil von Otto von Münchhausen errichtet wurde - und das ist keine Lüge) genießen wir bei herrlichem Sonnenschein eine ausgedehnte Mittagspause. In Apelen, gleich hinter der Autobahn (hier hatten wir einen herrlichen Blick auf den Deister) wollten wir das Wasserschloss von Hammerstein besichtigen, doch auch hier findet eine Hochzeit statt.
Bevor wir mit Bad Nenndorf unser Ziel erreichen, genehmigen wir uns in Rodenberg noch ein Eis. Bad Nenndorf umfahren am Ortsrand wir auf einem „Planetenweg“. Leider können wir dort die berühmte Sintelbuchenallee nicht besichtigen. Diese sehenswerten Bäume sind auf dem Gelände der Landesgartenschau und können nur kostenpflichtig bestaunt werden.
Wir erreichen unser Hotel, beziehen unsere Zimmer und treffen uns zum Essen im „Bayern-Stadl“. Die Speisekarte ist dem Namen des Lokals angepasst und so beschließen wir den Abend gesättigt und gut gelaunt. Einige hatten vorher auch noch Zeit, in der Fußgängerzone zu flanieren und berichten, dass der Ort sich zur LGS schön herausgeputzt hat.
Am Sonntag starten wir schon früh und radeln, wenig beeindruckt von den dunklen Wolken über uns, an der Nordseite des Deisters Richtung Osten. Diesmal gibt es auch etliche Waldwege, auch einige Steigungen – und Abfahrten. In Barsinghausen können wir das Besucherbergwerk Klosterstollen besichtigen. Das Bergwerk war seit 1856 hundert Jahre in Betrieb, zeitweise waren hier über 2400 „Kumpel“ beschäftigt. 1999 zum Besucherbergwerk ausgebaut, werden hier authentische Führungen durch die Stollenanlagen angeboten. Nach einer ausführlichen Einweisung fuhren wir mit Helm und Grubenlampe ausgestattet mit der originalen Grubenbahn 1200 m tief und fast waagerecht in den Schacht bis zum „Bahnhof“. 100 Meter Gestein über uns, bei 9 Grad Celsius gehen wir durch die Schachtanlagen und bekommen einen Eindruck von dem Arbeitsalltag der Bergleute, die unter schwersten Bedingungen die Kohle aus den Flözen gewinnen. Anfänglich noch im Liegen mit Hacken, später mit Drucklufthammer. Alle Maschinen, Bohrhammer, Bohrsäulen, Abraumbänder, Schüttelrutsche werden demonstriert, einen Drucklufthammer dürfen wir selber ausprobieren. Es wird manchmal ziemlich laut. Der Gegensatz dann wieder bei Tageslicht mit einem Spaziergang auf die Abraumhalde. Dort steht das „Wohnzimmer im Freien“ von Schülerinnen und Schülern der Kunstschule Noa Noa entworfen. Hier verweilen wir etwas, von hier hat man auch weite Blicke ins Calenberger Land. Schon ein paar Kilometer weiter konnten wir dann in Wennigsen die nächsten Highlights genießen. Etwas oberhalb erwartet uns ein beliebtes Ausflugsziel: Die Wennigser Wasserräder. In einem liebevoll und mit vielen Details versehenen Areal stehen entlang der Feldberg Quelle ca. 30 Miniatur-Wassermühlen. Hier bewegen, klappern und drehen sich Szenen aus bekannten Märchen, Sagen und Geschichten. Lummerland, ein Feuerwehreinsatz und sogar ein ganzer Rummelplatz mit Autoscooter und Festumzug. Nach einer langen Mittagspause rollten wir bergab in den Ort Wennigsen, wo die nächste Attraktion auf uns wartet: Das Zeit-Monument, mehr als eine Sonnenuhr. Hier werden Astronomie, Zeitmessung und Präzision in einem außergewöhnlichen Gerät vereint.  Daneben die Doppelhelix, eine vertikale, sich bewegende Doppelspirale, die die DNA mit den Erbanlagen darstellt.
Von Wennigsen aus fahren wir noch einige Kilometer durch kleinere Ortschaften und auf Waldwegen bis wir kurz vor Völksen noch einen kurzen Stop einlegen. Hier haben wir vom Lauseberg aus noch einen letzten weiten Blick in die Landschaft, bevor wir am Parkplatz bei unseren Autos ankommen. Beim abschließenden Gespräch geht ein Dankeschön von der Gruppe und ein kleines Präsent an die beiden Organisatoren Inge und Wolfgang. 
Auch für die Tour im nächsten Jahr haben sich schon Interessenten gefunden.

 

Wolfgang Fischer
 

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Veröffentlichung

Mo, 07. September 2026

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